Blog

Entscheidungsfindung mit Liberating Structures – die Zustimmungs- und Sicherheitsmatrix

Wir als moderne Manager, die sich als Servant Leader verstehen, stehen vor der Herausforderung, unsere Teams in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Doch wie das zu bewerkstelligen sein soll, ist oftmals die Frage. Denn wie beteiligen wir diejenigen, die von den Entscheidung betroffen sind und uns durch ihr Wissen unterstützen könnten?

Liberating Structures bieten uns die Möglichkeit, Entscheidungsfindung  gemeinsam mit allen Beteiligten durchzuführen. Jeder Teilnehmer hat dabei die gleichen Chancen, etwas beizutragen. Dies führt dazu, dass wirklich alle Stimmen gehört werden und Entscheidungen dabei herauskommen, die durch traditionelle Methoden niemals auf den Tisch kommen würden.

Wenn wir nun eine Herausforderung haben, sollte der erste Schritt sein, ein gemeinsames Verständnis über die Natur des Problems herzustellen. Darauf basierend können dann adäquate Methoden ausgewählt werden, mit denen wir die Herausforderung bewältigen können. Um dies zu erreichen, benutzen wir die Liberating Structure Zustimmungs- und Sicherheitsmatrix (Agreement- & Certainty Matrix).

Wie funktioniert die Zustimmungs- und Sicherheitsmatrix?

Diese Liberating Structure nutzt die Kombination von zwei Fragen, um Herausforderungen relativ leicht in vier Kategorien einzuordnen: einfach, kompliziert, komplex und chaotisch. Ein Problem ist einfach, wenn es zuverlässig mit Praktiken gelöst werden kann, die leicht zu kopieren sind. Es ist kompliziert, wenn Experten eine ausgeklügelte Lösung erarbeiten müssen, die die gewünschten Ergebnisse vorhersehbar erbringen. Ein Problem ist komplex, wenn es mehrere gültige Vorgehensweisen gibt, aber das Ergebnis nicht im Detail vorhersehbar ist. Chaotisch ist es, wenn der Kontext zu turbulent ist, um einen Weg zum Ziel zu identifizieren.

Zum Beispiel:

  • Leicht ist es, einem Kochrezept zu folgen
  • Kompliziert ist es, eine Rakete zum Mond zu schicken
  • Komplex ist es, ein Kind zu erziehen
  • Chaotisch ist es, das Spiel “Pin the Tail on the Donkey” zu spielen

Wenn wir nun versuchen, eine komplexe Herausforderung mit Lösungsansätzen anzugehen, die nur für komplizierte Herausforderungen geeignet sind, wird das nicht funktionieren. Daher sollten alle Kollegen, die zusammen entscheiden, welche Lösungsansätze für eine Aufgabe zu wählen sind, ein gemeinsames Verständnis über die Natur der Herausforderung herstellen. Dazu bitten wir sie, ihre aktuellen Herausforderungen in die Kategorien einfach, kompliziert, komplex oder chaotisch einzusortieren. Im Anschluss sollen sie dann die folgenden zwei Fragen beantworten und dann basierend auf den Antworten jede Herausforderung in die Matrix einsortieren:

    1. Wie ist der Grad der Übereinstimmung bei den Teilnehmern über die Herausforderung und die Art und Weise, wie diese anzugehen ist?
    2. Wie ist der Grad der Sicherheit und Vorhersehbarkeit darüber, welche Resultate erzielt werden, wenn die vorgeschlagenen Lösungsansätze angewendet werden?

Und nun?

Die entstehende Matrix zeigt uns, welcher Natur unsere Herausforderung ist und welche Strategien und Lösungsansätze nun zum Erfolg führen können.

Eventuell erkennen wir dann z.B., dass unser Software-Projekt, das wir nicht in den Griff bekommen haben, und das mit MS-Project geplant und zentral durch einen Projektleiter geführt wird, der die Arbeit verteilt, im komplexen Quadranten angesiedelt ist. Hier sollte der Lösungsansatz dann sein, eine Methodik zu wählen, die für komplexe Aufgaben geeignet ist: Scrum. Warum das so ist erklärt der Blogbeitrag von Christian Verwijs.

Wie erfahre ich mehr über Liberating Structures und kann die Zustimmungs- und Sicherheitsmatrix mal ausprobieren?

Auf unserer deutschen Liberating Structures Website finden Sie weitere Informationen. Besonders überzeugend ist es, die Liberating Structures einfach mal auszuprobieren – dafür besuchen Sie am besten eine unserer User Groups. Eine Übersicht über die User Groups im europäischen Raum sowie den Hinweis auf Workshops finden Sie auf liberatingstructures.eu.

Und wir von Holisticon helfen Ihnen auch gern bei der Einführung von Liberating Structures oder agilen Projektmanagement-Methoden in Ihr Unternehmen. Melden Sie sich einfach bei uns!

 

Über den Autor

Christian ist agiler Macher mit Herz und Seele. Agiles Requirements-Engineering und agiles Projektmanagement sind seine Spezialgebiete. Am liebsten setzt er dabei JIRA und Confluence ein. Liberating Structures hat er für sich entdeckt, um die Anforderungserhebung und die Kommunikation im Team neu zu beleben.
Ansonsten findet man ihn auf der Yoga-Matte oder beim Wellenreiten in Portugal.

Antwort hinterlassen