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„Design Studio“ bei Holisticon

Auch intern arbeiten wir bei Holisticon agil, iterativ und mit den neuesten Methoden. So zum Beispiel auch am Freitag im „LiSA Design Studio“. Das „Design Studio“ ist eine spannende Methode, um in der Gruppe innerhalb kurzer Zeit vielseitige Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln.

 

„LiSA“ steht für unsere „Liberating Structures App“, die das Erlernen und Anwenden von Liberating Structures erleichtern soll. Ziel des Workshops war es, einen oder mehrere kreative Ansätze für die Erstellung von Strings – also die Kombination mehrerer Structures – innerhalb der App zu entwickeln. Vorbereitet und durchgeführt hat das „Design Studio“ unser UI/UX-Workstream.

Wer mehr über die Liberating Structures erfahren möchte, schaut am besten hier oder bei uns im Blog nach. In diesem Artikel soll es vorrangig um die Methode des „Design Studios“ gehen.

Kreativ sein, prototypen, und feedbacken – und das ganze iterativ

Im sogenannten „Design Studio“ geht es darum, in mehreren kleineren Gruppen (abhängig von der Teilnehmerzahl) Prototypen zu entwickeln, kreativ zu sein, Ideen auch mal zu verwerfen und Feedback einfließen zu lassen. Das Ganze läuft iterativ, also in mehreren aufeinanderfolgenden Durchgängen ab, nach jeder Runde tauscht man sich im Team aus und erhält Feedback (huch, klingt vertraut). Ziel ist es, auf diesem Weg Ideen und Lösungsansätze zu finden, die in Einzelarbeit so nicht möglich sind. Am Ende einer jeden Iteration, werden die Ergebnisse auch der gesamten Gruppe präsentiert. Das Alles findet völlig analog statt, so richtig mit Papier, Stiften und Händen.

Design Challenge

Wenn ihr selbst ein „Design Studio“ veranstalten wollt, solltet ihr ein besonderes Augenmerk auf die klar verständliche und abgegrenzte Aufgabenstellungen, die sogenannte „Design Challenge“ legen. Idealerweise habt ihr bereits Kontextwissen erarbeitet, das die Challenge noch weiter konkretisiert und eure Zielgruppe so weit wie möglich eingrenzt – hierbei helfen z.B. Personas, User Szenarien und Annahmen über die Device Nutzung.

In unserem Fall lautete die Challenge:

  • „Wie erstelle ich einen String in der LS App?“ (Table/Laptop)
  • „Wie finde ich passende Structures für meinen String?“ und
  • „Wie sehe ich, welche Structures bereits in meinem String enthalten sind?“

Diese Aufgabe präsentiert ihr zu Beginn des Termins allen Teilnehmern und klärt Verständnisfragen.

Unsere „Design Challenge“

Teilnehmer

Ladet am besten alle ein, die mit dem Produkt zu tun haben. Das bedeutet: alle, die wirklich zu der Ideengenerierung beitragen können und an der Umsetzung beteiligt sind. Dies können sein: Designer, UXler, Frontend- und Backend-Entwickler, Architekten, Product Owner, Projektleiter usw. Wichtig ist dabei nur, dass ihr wirklich darauf achtet, dass die Teilnehmer etwas zum Ergebnis beitragen können. Es kann aber durchaus auch Situationen geben, in denen es Sinn macht, Teilnehmer dabei zu haben, die sich nicht tiefergehend mit dem Produkt auskennen, um einen neuen Blickwinkel zu erhalten – das kann sehr inspirierend wirken. Interdisziplinarität ist hier das Stichwort.

Durch den sich wiederholenden Austausch und den kollaborativen Prozess erhaltet ihr konkrete und abgestimmte Ansätze als Resultat des Termins. Und das in wenigen Stunden. Es lohnt sich wirklich, das einmal auszuprobieren.

Vorgehensweise – Wie man aus zahlreichen Ideen 2 richtig gute Ansätze entwickelt

Zunächst einmal teilt ihr die gesamten Teilnehmer in zwei oder mehr Gruppen. Achtet darauf, dass die einzelnen Gruppen nicht zu groß werden – 4 bis 5 Teilnehmer pro Gruppe sind empfehlenswert – und vom Kenntnisstand gut durchmischt sind.

Regeln

Insgesamt gibt es drei Regeln, die während des gesamten Workshops gelten:

  • Skizzieren: Jeder zeichnet mit Stift und Papier, alle Ideen sind in Ordnung – malt alles, was euch in den Kopf kommt und vermeidet dabei innere Dialoge, wie zum Beispiel „Kann das wirklich funktionieren?“ oder „Ist das gut genug?“, hier gilt Qualität vor Quantität!
  • Präsentieren: Jeder präsentiert seine Ergebnisse kurz, alle hören zu, keine Diskussion.
  • Kritisieren: Jeder gibt und bekommt Kritik (konstruktiv!) für seine Skizzen, bitte achtet an der Stelle darauf, dass es nicht um persönliche Geschmäcker geht, fokussiert euch auf das, was der Nutzer braucht.

Gruppenarbeit im „Designstudio“

Iterationen

Ihr durchlauft insgesamt drei Iterationen. Diese sind folgendermaßen aufgebaut:

  • Iteration 1 „Explorieren und Generieren“ (Timebox: ca. 30 – 40 Minuten)
    Innerhalb der Gruppe wird skizziert, danach innerhalb der Gruppe präsentiert und im Anschluss kritisiert. Hierbei geht es darum, erste grobe Entwürfe zu haben und ein Gefühl für die Thematik zu entwickeln. Das skizzieren sollte dabei den größten Teil der Zeit einnehmen. An dieser Stelle wird sich noch nicht mit den anderen Gruppen ausgetauscht.
  • Iteration 2 „Remixen und Verfeinern“ (Timebox: ca. 40 – 50 Minuten)
    Diese Iteration sollte intensiv genutzt werden, um das Feedback der Gruppe einzuarbeiten. Aber auch dazu, die eigenen Skizzen zu erweitern. Es gelten wieder dieselben Regeln: Erst skizzieren, dann innerhalb der Gruppe präsentieren und danach in der Gruppe kritisieren. Auch hier solltet ihr euch für die Skizzen die längste Zeit der Timebox gönnen.
  • Iteration 3 „Co-Designen und Verdichten“ (Timebox: ca. 60 Minuten)
    Der Ablauf ist wieder derselbe. Nur, dass ihr dieses Mal gemeinsam skizziert. Es geht hierbei darum, das beste der beiden vorangegangenen Iterationen in eine Skizze zu bringen, dabei sind alle gefragt. Die Präsentation findet gemeinsam mit allen Gruppen statt, ihr seht also nun auch, was die Anderen für Ideen und Vorschläge haben. Auch die Kritikrunde wird nach der Präsentation von allen Gruppen gemeinsam durchgeführt.

Nachdem ihr die drei Iterationen durchlaufen habt, findet ein Gesamtreview statt. An dieser Stelle entscheidet ihr, mit welchem Vorschlag weiterverfahren wird. Natürlich besteht die Möglichkeit, weitere „Designstudio-Sessions“ zu veranstalten.

Präsentation der Skizzen

Lust bekommen, das mal auszuprobieren?

Unser Fazit: Eine spannende, kreative und wirklich spaßbringende Möglichkeit, in kurzer Zeit zu tollen und innovativen Ergebnissen zu kommen. Unbedingt ausprobieren!

Es gibt natürlich auch bei dieser Methodik verschiedene Vorgehensweisen und Möglichkeiten, Abwandlungen vorzunehmen. Falls ihr erfahren wollt, wie solche Variationen aussehen können, oder ihr ebenfalls gern ein „Design Studio“ veranstalten wollt, aber euch Unterstützung wünscht, meldet euch einfach bei uns.

Wir helfen gerne.

Über den Autor

Franziska ist bei Holisticon als Agile Macherin für Hannover unterwegs. Bevor sie als Scrum Masterin und Agile Coach Teams und Unternehmen betreute, war sie viele Jahre im klassischen Projektmanagement unterwegs. Heute verbindet sie das beste aus beiden Welten und steht unseren Kunden mit Rat und Tat zur Seite.

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