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Lasttests und der Zustand der Web Performance auf dem elften Hamburg Web Performance Meetup

Elftes Hamburg Web Performance Meetup

Foyer von t8y.com

Am 28. Mai fand das elfte Hamburg Web Performance Meetup statt. Diesmal waren wir in der sehr coolen Location von t8y.com. Dort wurden wir mit Snacks und Getränken versorgt. Vielen Dank dafür an dieser Stelle!

Obwohl der Platz vor Ort großzügig bemessen war, wurde es doch recht voll, denn die beiden Speaker waren hochkarätig.

Steve Souders – State of Web Performance

Steve Souders im Google Hangout

Steve Souders schaltete sich per Google Hangout zu. Er berichtete über den aktuellen Zustand der Web Performance. In den letzten Jahren zeichnete er den Abruf der 1.000 populärsten Websites auf und zog aus den gesammelten Daten Schlüsse.

Die Anschlüsse werden schneller. Wachsende Bandbreite und geringere Latenz lassen sich zwar auch bei Festnetz-Verbindungen messen, diese Zuwächse verblassen jedoch, wenn man sie mit Verbesserungen im Bereich mobiler Anschlüsse vergleicht.

Gleichzeitig werden Browser immer schneller. Es werden nicht nur die JavaScript-Engines optimiert, sondern auch Render-Engines und Netzwerk-Stacks.

Zwar werden Netze und Browser immer schneller, doch gleichzeitig werden Websites immer schwergewichtiger, was u.a. daran liegt, dass sie immer mehr Inhalte von Dritten (Widgets etc.) oder Videos (HTML5/MP4) enthalten. Dies frisst die Verbesserung im Bereich Netze und Browser-Technologien – was den Aspekt Performance angeht – nahezu auf.

Zudem ist zu beobachten, dass die vor Jahren aufgestellten Performance Best Practices nicht verstärkt beachtet werden. Die PageSpeed-Indizes der populärsten Websites haben sich in den letzen Jahren nicht wesentlich verändert.

WEAVE 03/2013

Die WEAVE war Sponsor des Events. Es wurden Freiexemplare des aktuellen Hefts 03/2013 verteilt, in dem sich auch ein Artikel von mir befindet.

Es ist schwer zu sagen, ob die gefühlten Ladezeiten in den letzten Jahren wirklich besser oder schlechter geworden sind, denn prominente Seiten konzentrieren sich inzwischen darauf, dass wichtige Inhalte „Above the Fold“ möglichst früh dargestellt werden. Ergänzende Inhalte werden erst später „Below the Fold“ gerendert oder nachgeladen. Um den Fortschritt des Seitenaufbaus in Beziehung zur Ladezeit zu setzen, existieren zwar Messmethoden wie der Speed Index (nicht zu verwechseln mit dem PageSpeed Index), der in Web Pagetest eingebaut ist, allerdings gibt es keine Browser-API, um solche Daten im Real User Monitoring zu gewinnen.

Als Takeaways gab Souders den anwesenden Entwicklern mit auf den Weg, ein Auge auf die wachsende Verwendung von Video zu haben. Bessere Performance-Metriken (wie der Speed Index) sind nötig, um Web Performance zu messen und zu kommunizieren. Performance Best Practices müssen weiter gepredigt werden, denn ihre Verwendung nimmt nicht zu. Die Möglichkeiten von Multi-Core-Rechnern lassen sich auch im Web nutzen, denn JS unterstützt inzwischen Web Worker, die Berechnungen unabhängig vom blockierenden UI-Thread im Hintergrund ausführen können.

Der Talk war eine gelungene Zusammenfassung der Themen, die die Web-Performance-Community zurzeit beschäftigen.

Uwe Beßle – Lasttests

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Uwes Talk über Lasttests war so tief gehend und umfangreich, dass es schwer fällt, ihn überhaupt zusammenzufassen. Ich war erstaunt, dass man so viel fundiertes und strukturiertes Wissen über Lasttests vermitteln kann. Die Folien befinden sich auf Slideshare.

Er spannte den Bogen von den Anforderungserhebung auf Basis von Business-Kennzahlen (welche Last muss eine Webplattform bewältigen) über das, was man überhaupt testen und messen muss bis hin zur Auswertung der Messungen. Dabei deckte er typische Probleme mit der Skalierbarkeits auf.

Beeindruckend war, wie groß und mächtig die Infrastruktur ist, die Otto – Uwes Kunden – für solche Messungen und Auswertungen zur Verfügung steht.

Das nächste Meetup wird voraussichtlich im Juni stattfinden. Es wird an bekannter Stelle angekündigt werden.

Über den Autor

Oliver Ochs

Oliver baut Websites seit 1998 und verbringt seitdem nahezu jeden Tag damit, das Web besser, schneller und einfacher zu machen. Er gibt dazu Coachings, veranstaltet Workshops und arbeitet in Projekten. Dabei liebt er es, komplexe Performance- und Front-End-Probleme zu lösen. Er ist ein Frontend-Op, der sich als Full-Stack-Developer in Java und JS an der Schnittstelle zwischen UI und Backend am wohlsten fühlt.

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