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Scrum – SEHR kurz und gut

Vor kurzem wurde ich gebeten, eine extrem kurze Beschreibung von Scrum zu liefern. Bedingung: unter 200 Wörter sollten es sein. Hier mein Versuch:

Scrum ist ein agiles Projektmanagement-Framework mit folgenden Schwerpunkten:

  • das Wichtigste zuerst
    Zunächst werden die wichtigsten und riskantesten Anforderungen umgesetzt. Dies garantiert, dass das Meiste schon fertig ist, sollten das Geld oder die Zeit einmal knapp werden und dass keine „schlafenden Hunde“ im verbleibenden Rest lauern.
  • Transparenz, Kommunikation und Fokus
    Die Anforderungen werden vorgestellt und anschließend vom gesamten Team geschätzt. Dies fördert das gemeinsame Verständnis und teilt die Verantwortung. Die Abarbeitung erfolgt in zweiwöchigen Sprints, der Status ist jederzeit aktuell und öffentlich einsehbar. Das Team konzentriert sich auf die besprochenen Features und nimmt keine weiteren Aufträge an.
  • Frühes und ständiges Feedback
    Nach jedem Sprint gibt der Kunde in einem Review-Meeting Feedback und kann Verbesserungsvorschläge einbringen, die dann wieder in die priorisierte Anforderungsliste zurückfließen. Das Team selbst passt sein Vorgehen kontinuierlich an, um ständige Verbesserungen zu erzielen.

Der Kunde bekommt während des Projekts regelmäßig echte Ergebnisse in Form lauffähiger Software geliefert. Damit kann er frühzeitig seine Anforderungen und deren Umsetzung überprüfen und gegebenenfalls nachsteuern. Ein weiterer Vorteil: Gute Ideen entstehen oft erst, wenn man mit einer Software arbeitet. Bei Scrum können diese schon im nächsten Sprint umgesetzt werden und führen sofort zu einer besseren Lösung.

Kommentare willkommen: was fehlt, was kann man weglassen?

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Über den Autor

Carsten Sahling

Als klassischer Projektmanager (GPM), Certified Scrum Professional, Professional Scrum Master, Agile Project Management Practitioner, agiler Coach und Trainer vereine ich verschiedene Sichtweisen des Projektmanagements und helfe damit insbesondere größeren Unternehmen, die traditionell eher klassisch aufgestellt sind, bei der Einführung in die agile Denkweise und bei der erfolgreichen Durchführung auch großer agiler Projekte.

4 Kommentare

  1. Das zuerst die wichtigsten und riskantesten anforderungen umgesetzt werden stimmt ja so nicht unbedingt. Wichtigsten im bezug auf der Kunde entscheidet welche zuerst umgesetzt werden, am ehsten sind es die, die am schnellsten den meisten mehrwert für das Produkt versprechen.
    Die Riskantesten könnten mutwillig auch nach hinten gesetzt werden um erstmal ein Läuffähiges Produkt zu erhalten.

  2. Hallo John,

    vielen Dank für deine Verdeutlichung des Ausdrucks „die wichtigsten Anforderungen“! Selbstverständlich wird die Wichtigkeit am Geschäftswert ausgerichtet und auch die Entwicklungsdauer fließt in die Priorität mit ein. Diese Differenzierung konnte ich im Rahmen der Beschränkung auf 200 Wörter allerdings nicht mehr unterbringen ;-).

    Was das Nach-Hinten-Schieben der riskanten Dinge angeht, bin ich nicht ganz deiner Meinung: Wenn es sich um „Must-Items“ handelt, kann diese Taktik im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Produkt als Ganzes unbrauchbar wird! In jedem Fall sollte also mindestens prototypisch nachgewiesen werden, dass die geplante Lösung funktionieren wird. Und das am Besten sehr früh im Projekt. Scrum sorgt richtig angewendet dafür, dass zum Scheitern verurteilte Projekte schnell scheitern und nicht erst am Ende. Und das halte ich für eine der größten Stärken von Scrum.

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