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On Air – Die Hamburger Softwerkskammer!

Am vergangen Dienstag war es endlich soweit: Das erste Treffen der Softwerkskammer Hamburg! Dabei ging es um die Gründung einer Community zum Thema Software Craftsmanship und wir folgten damit dem Aufruf der SoCraTes zur Bildung eines Netzwerks aus Software Craftsmanship Communities in Deutschland. Seit einigen Wochen formieren sich dazu bereits lokale User Groups unter dem Banner der Softwerkskammer an verschiedenen Standorten wie Karlsruhe, Münster und jetzt auch in Hamburg.

Obwohl ich anfangs davon ausging, dass man mit einer Besucherzahl von ungefähr zehn Personen für eine erstes Treffen schon ganz zufrieden sein könnte, wurde diese Erwartung von der Hamburger Entwicklergemeinde bei weitem übertroffen. Als sich in der vorigen Woche abzeichnete, dass die maximale Teilnehmerzahl von 25 Personen eher über- als unterschritten würde, war schnell klar dass eine geeignetere Location her muss als der kleine Hinterraum eines Pubs. In der Hamburger Handwerkskammer fanden wir kurzerhand die passenden Räumlichkeiten für das Gründungstreffen. Auch namentlich konnte uns nichts besseres geschehen.

Schon vor der offiziellen Startzeit von 19:00 Uhr trafen die ersten Teilnehmer ein und nutzten so die Gelegenheit zum lockeren Kennenlerngespräch bei Snacks und Getränken. Gegen 20:15 Uhr ging es los und ich stellte zusammen mit meinem Co-Moderator Markus Gärtner die Agenda des Abends vor. Da vereinzelt immer noch Leute eintrafen, sollte die erste Stunde Gelegenheit geben sich in kleinen Tischrunden gegenseitig vorzustellen und dabei vor allem Meinungen, Erfahrungen und Hintergründe zum Thema Software Craftsmanship auszutauschen.

Dabei kam sehr schnell die Frage auf, was sich nun eigentlich hinter dem Begriff verbirgt. Weil es dazu bisher keine klare Definition gibt wurden in dieser Diskussionsrunde schon erste, sehr interessante Ansichten vorgestellt und diskutiert. Ist Softwareentwicklung wirklich mit Handwerk zu vergleichen? Steht nicht viel mehr der Anspruch der Entwickler, sich selbst ständig zu verbessern – und damit qualitativ hochwertigere Software zu schaffen – im Vordergrund? Handelt es sich um einen Oberbegriff für Methoden wie Test Driven Development, Pair Programming, Coding Katas?
Eine Reihe von Fragen, welche den Rahmen der ersten Gesprächsrunde nicht nur bei weitem sprengte sondern auch zeigt, dass hier scheinbar hoher Klärungsbedarf besteht. Vielleicht nicht unbedingt im Sinne einer allgemeingültigen Definition, aber immerhin in einer Form die verständlich macht, wie wir als Community das Thema verstehen und wie wir es voranbringen wollen. Nicht zuletzt um auch eine klare Abgrenzung zu bestehenden User Groups ähnlicher Themen zu ermöglichen und zu verstehen, warum es sich lohnt bei uns vorbeizuschauen. ;)

Der zweite Teil des Abends haben wir als World Cafe durchgeführt. Neben den drei organisatorischen Fragen „Welche Schwerpunkte sehen wir und womit sollten wir uns insbesondere auseinandersetzen?“, „Wie könnten geeignete Formate aussehen?“ und „Wann und wie regelmässig wollen wir uns treffen?“ ging es auch um die Online Präsenz der Community.

Nach Abschluss der Sessions wurden die Ergebnisse zu den Fragen von den Moderatoren der jeweiligen Tische vorgestellt. Dabei hat sich als regelmässiger Termin für unsere Treffen der dritte Dienstag jedes Monats herauskristallisiert. Wir werden uns also das nächste Mal am 15.11.2011 um 19 Uhr treffen. Vor dem Hintergrund der Frage „Was bedeutet Software Craftsmanship für uns als Community?“ stand auch das Kernthema schnell fest. Deshalb werden wir diese Frage beim nächsten Treffen in einem Fish-Bowl tiefgreifender diskutieren.

Grundsätzlich sind für die weiteren Meetings aber weitere Formate wie Open Spaces oder aber auch gemeinsame Coding Dojos angedacht. Aus diesem Grund werden die Räumlichkeiten wahrscheinlich auch zum Teil sehr unterschiedlich sein. Um euch auf dem Laufenden zu halten, werde ich News und Events über die gemeinsame Seite der Softwerkskammer veröffentlichen. Es gibt dort unter anderem auch ein Wiki in dem die Ergebnisse unserer Meetings dokumentiert werden.

Bisher habe ich von allen Teilnehmern des Treffens sehr positives Feedback erhalten. Alle sind gespannt, wie es weitergeht und es erreichen mich tägliche neue Anfragen dazu bei XING. Deshalb habe ich auch dort eine Gruppe eingerichetet die hoffentlich in den nächsten Tagen freigeschaltet wird. Also schaut auf jeden Fall vorbei, es lohnt sich! Habt ihr Fragen, Ideen oder Anregungen? Habt ihr Lust bei der Organisation mitzuhelfen oder könnte Räumlichkeiten etc. zur Verfügung stellen? Dann sprecht mich gerne direkt an bis unsere Online Präsenz etabliert ist. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf das nächste Treffen im Kreise der Hamburger Software Craftsmen in Softwerkskammer Hamburg!

Über den Autor

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Roland Jülich arbeitet als Java Consultant im Geschäftsfeld Architektur der Holisticon AG in Hamburg. Während der vergangenen Jahre war er in verschiedenen Softwareprojekten bei Grossunternehmen und Behörden als Coach, Developer und Scrum Master tätig. Seine Schwerpunkte liegen hauptsächlich im Bereich agilen Entwicklungsmethoden wie BDD, TDD, XP und Clean Code. Er ist Co-Organizer der Softwerkskammer Hamburg einer lokalen Community der SoftwareCraftsmanship Bewegung in Deutschland.

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