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Oracle XE unter Mac OS X

Obwohl die Nutzerzahl von Mac OS X kontinuierlich steigt, bietet Oracle die „leichtgewichtige“ XE-Version noch nicht für Mac OS X an. Um nichtsdestotrotz in den Genuss von Oracle XE auf dem Mac zu kommen, kann Oracle XE unter einer Linux-Distribution in einer VirtualBox betrieben werden. Dieser Blogbeitrag soll dazu eine rundumsichtige Anleitung geben, wie auch Mac-Benutzer, die nicht unbedingt gerne mit der Konsole arbeiten, Oracle XE unter Mac OS X nutzen können.

Es werden benötigt:

Gestartet wird mit der VirtualBox, die sich ganz einfach via Drag und Drop installieren lässt.

Unter VirtualBox:

  1. Neue Virtual Machine anlegen (cmd + N)
  2. Im Wizard einen Namen für die Virtual Machine eingeben und als Betriebssystem Linux in Version Ubuntu auswählen
  3. Arbeitsspeicher kann bei dem Standardwert von 512 MB belassen werden
  4. Festplattenspeicher sollte in der festen Größe von 8 GB angelegt werden

Jetzt ist die Virtual Machine angelegt. In der Kategorie Massenspeicher muss jetzt das iso-Image von Ubuntu als CD bekanntgegeben werden. Dazu wählt man im linken Baum das CD-Symbol aus (zurzeit leer) und dann rechts bei den Attributen ebenfalls das CD-Symbol. Im nun erscheinenden Menü „Datei für virtuelles CD…auswählen“ wählen und das eben geladene „mini.iso“ eintragen. Jetzt kann die Virtual Machine gestartet werden.

Einbinden des Ubuntu Minimal ISO

Unter Ubuntu:

Ist die Virtual Machine gestartet, kann installiert werden. Hier wird dem Wizard einfach gefolgt. Aufgepasst werden muss an der Stelle, wo die Festplatte formatiert wird, da Oracle XE viel SWAP-Speicher braucht.

Festplattenpartitionierung:

  1. Partitionierungsmethode: Manuell
  2. Festplatte auswählen (z.B. SCSI3 (0,0,0) (sda) – 8.6 GB ATA VBOX HARDDISK)
  3. Neue, leere Partitionstabelle auf diesem Gerät erstellen? Ja
  4. Jetzt den „FREIEN SPEICHER“ auswählen
  5. Eine neue Partition erstellen
  6. Größe: 7.1 GB
  7. Primär
  8. Anfang
  9. Anlegen der Partition beenden
  10. Jetzt den übriggebliebenen freien Speicher von 1.5 GB wählen
  11. Eine neue Partition erstellen
  12. Größe: 1.5 GB
  13. Primär
  14. Benutzen als
  15. Auslagerungsspeicher (SWAP)
  16. Anlegen der Partitionen beenden
  17. Partitionierung beenden und Änderung übernehmen
  18. Änderungen auf Festplatte schreiben? Ja

Ab jetzt einfach wieder dem Wizard folgen. Am Ende wird noch gefragt, ob irgendwelche Software installiert werden soll. Nein bzw. einfach weiter auswählen.

Abschließend wird vom Wizard der Hinweis gegeben, dass die Installation abgeschlossen ist und das Installationsmedium ausgeworfen werden soll. Das kann durch ein Klicken auf das CD-Icon in der Statusleiste der VirtualBox gemacht werden; hierzu einfach Medium entfernen wählen.

Mini.iso auswerfen

Jetzt kann Oracle XE unter Ubuntu installiert werden.
Dazu muss zunächst die Quelle von Oracle in einer zentralen Quelldatei angelegt werden.
Da ja leider kein GUI vorhanden ist, wird dazu der von vielen Informatikern/Entwicklern schwer geschätzte VI genutzt. Ja, der macht auch wieder keinen Spaß. Sind die Tastenkombinationen des VI bekannt, ist aber auch das machbar.

Oracle XE installieren:

  1. Als Admin authentifizieren:
    sudo –s
  2. Oracle-Quelle für Ubuntu hinzufügen
    Quelldatei mit VI öffnen: 

    vi /etc/apt/sources.list
  3. Neue Zeile in der Datei einfügen (im VI o eingeben)
  4. Und in der neuen Zeile folgende Quelle hinzufügen:
    deb http://oss.oracle.com/debian unstable main non-free
  5. Das Ganze speichern (im VI ESC und :wq)
  6. Jetzt muss ein Public-Key geladen, geprüft und installiert werden
  7. Key laden:
    wget -q http://oss.oracle.com/el4/RPM-GPG-KEY-oracle
  8. Key importieren:
    gpg --import RPM-GPG-KEY-oracle
  9. Key verifizieren:
    gpg --fingerprint build@oss.oracle.com
  10. Exportieren des Keys und hinzufügen:
    gpg --armor --export B38A8516 | apt-key add –
  11. Quellen aktualisieren:
    apt-get update
  12. Oracle XE installieren:
    apt-get install oracle-xe
  13. Oracle XE konfigurieren:
    /etc/init.d/oracle-xe configure
  14. HTTP Port: 8080
  15. Database Listener: 1521
  16. Passwort für DB User SYS und SYSTEM eingeben
  17. Oracle beim Booten ausführen: y, dazu wird das Ganze hier ja gemacht

So, jetzt läuft Oracle XE. Um es später problemlos aus Mac OS X anzusprechen zu können, müssen noch Datenbankrechte gesetzt werden.

Oracle XE Datenbankrechte setzen:

  1. Hierzu muss SQL Plus laufen. Dazu muss ORACLE_HOME gesetzt werden in der .bashrc Datei
  2. Datei diese Datei im VI öffnen:
    vi /home/NUTZERNAME/.bashrc
  3. Folgende drei Zeilen hinzufügen:
    export ORACLE_HOME=/usr/lib/oracle/xe/app/oracle/product/10.2.0/server
    export ORACLE_SID=XE
    export PATH=$ORACLE_HOME/bin:$PATH
  4. Neuladen der .bashrc:
    . .bashrc
  5. Sqlplus starten und als SYSTEM anmelden mit dem definierten Passwort:
    sqlplus
  6. Remote/Client Access zulassen:
    EXEC DBMS_XDB.SETLISTENERLOCALACCESS(FALSE);
  7. Sqlplus beenden:
    exit

Oracle XE  ist fertig konfiguriert.

Um vom Mac auf Ubuntu zugreifen zu können, wird SSH genutzt.

SSH unter Ubuntu installieren:

  1. SSH Installieren:
    apt-get install ssh

Jetzt müssen auf dem Mac sämtliche Ports für SSH und Oracle XE in der VirtualBox freigeschaltet werden. In der Netzwerkeinstellung der VirtualBox muss nichts gemacht werden, die ist standardmäßig auf NAT und kann auch so bleiben.

Die Virtual Machrine in der Standardkonfiguration

Dazu Virtual Machine ausschalten und einfach auf den Mac in den Terminal gehen und die folgenden Befehle eingeben.

Ports für VirtualBox im Mac Terminal konfigurieren:

  1. SSH freischalten:
    VBoxManage modifyvm "Name der Virtual Machine" --natpf1 "oracleXEssh,tcp,,2222,,22"
  2. HTTP freischalten:
    VBoxManage modifyvm "Name der Virtual Machine" --natpf1 "oracleXEhttp,tcp,,8282,,8080"
  3. DataBaseListener freischalten:
    VBoxManage modifyvm "Name der Virtual Machine" --natpf1 "oracleXEdbl,tcp,,1521,,1521"

Der erste Parameter bei den Ports beschreibt den Port in der VM und der zweite Parameter den Port, auf welchen in Mac OS X gematcht wird.

Und jetzt beginnt der Genuss. Wir arbeiten vom Mac aus mit Oracle XE.

Schritte zum Nutzen von Oracle XE unter Max OS X:

  1. Virtual Machine in VirtualBox hochfahren
  2. Aus dem Terminal vom Mac aus via SSH mit Ubuntu verbinden: ssh -p 2222 ubuntuBenutzername@localhost
  3. Jetzt sind wir angemeldet und können mit Oracle XE unter Mac OS X arbeiten
  4. Zugriff z.B. im Browser: http://localhost:8282/apex/

Oracle XE unter Mac OS X

Jetzt kann auch der SQL Developer von Oracle (den gibt es für Mac OS X) genutzt werden, um die Datenbank zu verwalten – und natürlich kann jetzt auch aus beliebigen Applikationen auf die Oracle XE Datenbank zugegriffen werden.

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Über den Autor

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Mr Norman Erck M.Sc. started developing websites as a teen in 1999 driven by his fascination for the possibilities of the rising e-business technologies. He is now a certified ScrumMaster and Enterprise- Software-Architect who has worked on e-business projects for over seven years. He takes the role of a scrum master and architect for IT projects in large companies. He is a speaker on conferences about CDI as well.

8 Kommentare

  1. Danke!!!
    Ich fang mit ORA XE gerade an und insb. unter Mac OS X scheint das komplizierter als erwartet.
    Dank Deiner Anleitung läuft die ganze Chose jetzt immerhin schon mal.

    Kannst Du mir noch einen Tipp geben, wie ich das ganze System updaten und auf deutsche Sprache umstellen kann?

  2. Hallo

    Bei der Oracle Installation kommt in Schritt 12 immer dieser Fehler:

    Die folgenden Pakete haben unerfüllte Abhängigkeiten:
    oracle-xe:i386 : Hängt ab: bc:i386 soll aber nicht installiert werden
    E: Probleme können nicht korrigiert werden, Sie haben gehaltene defekte Pakete.

    bc ist aber installiert.

    kann mir jemand helfen?

  3. Vielen Dank für die sehr gute Doku. Abweichend davon wollte ich es mit Ubuntu 11.10 auspropieren. Diese ubuntu Version bootete aber nach der Installation nicht unter dem aktuellen VirtualBox.
    Deswegen habe ich Oracle XE 10g (wenn man nicht alle Funktionen von 11g benötigt, spart man Resourcen bei der VM) unter Debian 6.0.4 stable (netinstall package) installiert. Zusätzlich zum sshd war nur noch das Paket libaio1 notwendig.
    Das Oracle XE Paket habe ich hier (http://www.oracle.com/technetwork/products/express-edition/downloads/102xelinsoft-102048.html) heruntergeladen und mit dpkg -i installiert.

  4. Hallo

    ich habe das sehr schöne und ausführliche Beschreibung auf Buchstabe befolgt. Bekomme leider im wget Befehl einen Fehler:

    wget -q http://oss.oracle.com/el4/RPM-GPG-KEY-oracle
    –2012-10-03 12:46:14– http://oss.oracle.com/e14/RPM-GPG-oracle
    Auflösen des Hostnamen oss.oracle.com… 137.254.17.12
    Verbindungsaufbau zu oss.oracle.com|137.254.17.12|:80… verbunden.
    HTTP-Anforderung gesendet, warte auf Antwort… 302 Found
    Platz: https://oss.oracle.com/e14/RPM-GPG-oracle [folge]
    –2012-10-03 12:46:15– https://oss.oracle.com/e14/RPM-GPG-oracle
    Verbindungsaufbau zu oss.oracle.com|137.254.17.12|:443… verbunden.
    HTTP-Anforderung gesendet, warte auf Antwort… 404 Not Found
    2012-10-03 12:46:16 FEHLER 404: Not Found.

    Kennt jemand die Ursache?

  5. Jo, gibt dem Ubuntu (ich hab 12.10) auf jeden Fall noch mehr Grafikspeicher ;) Standarteinstellung 12MB is zu niedrig wie ich grade fest gestellt hab. Schwarze Balken während der Installation.

  6. Sooo nochmal ich :)
    Nach Stunden langem Azubi FI-AE gequatsche bin ich auf den Trichter gekommen, dass sich bei Oracle wohl was geändert hat.
    Die Quelle die man eintragen muss in sources.list muss
    deb https://oss.oracle.com/debian unstable main non-free heissen
    also statt http:// einfach https:// eintragen
    Dann stimmt dein Tutorial auch heute wieder perfekt.

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