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Wann sind ScrumMaster überflüssig?

Bei unserem letzten CSM-Training erklärte unser Trainer Andreas Schliep lang und breit, dass es eine der Hauptaufgaben eines ScrumMasters sei, sich selbst überflüssig zu machen. Gemeint war damit natürlich, dass er unter anderem dafür zuständig ist, dem Team bei der Selbstorganisation zu helfen. Wenn er dies gut gemacht hat, wird er natürlich irgendwann weniger in diesem Bereich zu tun haben.

Daraufhin meldete sich ein Teilnehmer des Kurses und sagt: „Wenn ich denn ohnehin bald überflüssig bin, warum sitze ich dann hier und gebe auch noch Geld dafür aus?“
Gegenfrage eines meiner Kollegen, der ebenfalls in dem Kurs saß: „Sag mal, du bist doch jetzt bestimmt Projektleiter.  Was würdest du sagen, was zurzeit deine Hauptaufgabe ist?“ Antwort nach kurzer Überlegung: „Die vielen kleinen Buschfeuer austreten, würde ich sagen“. Darauf grinst mein Kollege nur und sagt: „Siehst du, und genau das macht ein ScrumMaster!“

Im Ernst, Ken Schwaber sagt gelegentlich: „Ein mittelmäßiger ScrumMaster kann 2-3 Teams gleichzeitig betreuen. Ein guter ScrumMaster nur genau ein Team!“ Wenn die Einschwingphase eines Teams in Sachen Selbstorganisation abgeschlossen ist, gibt es in der Regel auch weiterhin viel zu tun für einen ScrumMaster. Die vielen kleinen Buschfeuer, die überall aufpoppen, sind ein Aspekt, ein anderer ist sicher die kontinuierliche Verbesserung des Teams. Routine ist der Feind der Kreativität. Wenn beispielsweise Retrospektiven immer gleich durchgeführt werden, werden neue Erkenntnisse nach einer Weile nicht mehr stattfinden. Dann ist es Zeit, das Vorgehen in Details zu verändern, um weiterhin ein frisches, kreatives Team zu erhalten, das sich auch ständig selbst hinterfragt.

Wir sehen also: Es gibt immer was zu tun!

Über den Autor

Carsten Sahling

Als klassischer Projektmanager (GPM), Certified Scrum Professional, Professional Scrum Master, Agile Project Management Practitioner, agiler Coach und Trainer vereine ich verschiedene Sichtweisen des Projektmanagements und helfe damit insbesondere größeren Unternehmen, die traditionell eher klassisch aufgestellt sind, bei der Einführung in die agile Denkweise und bei der erfolgreichen Durchführung auch großer agiler Projekte.

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